Verlassener Wohnwagen in Winterlandschaft

Feierabend nach der Hochsaison: Rüsten Sie Ihren Wohnwagen für die Winterpause

Nach dem Sommer machen viele Besitzer ihren Wohnwagen winterfest. Für einen reibungslosen Start im nächsten Frühling bedarf es zuvor eines sorgfältigen Pflegerituals. Wir zeigen Ihnen, worauf es dabei ankommt!

Winterfit in drei Schritten: Putzen, Prüfen, Parken

Bevor Sie Ihr Wohnmobil in die verdiente Winterpause schicken, sollten Sie Ihn von jeglicher Altlast zuvor bewältigter Touren befreien. Von der Außenhaut über die Innenräume bis hin zu Schläuchen und Dichtungen freut sich das ganze Fahrzeug über eine gründliche Reinigung. Um bösen Überraschungen im nächsten Jahr vorzubeugen, sollten Sie sich anschließend den Elektrogeräten widmen. Prüfen Sie zudem alle Voraussetzungen für den Neustart.

Hier ist die Schritt-für-Schritt-Anleitung:

Reinigen Sie den Wohnwagen von Luftschacht bis Fußboden

Beginnen Sie die Vorbereitung auf die Winterpause mit einer gründlichen Rundumreinigung. Der Wohnwagen glänzt anschließend von innen und außen wie Neu.

Der Innenraum

Dampfreiniger und Wischmopp gehen jeglichem Schmutz an den Kragen. Öffnen Sie alle Schränke und Klappen und stellen Sie alle Polster auf. Auf diese Weise kann die Luft besser zirkulieren und das Risiko der Schimmelbildung sinkt. Statten Sie Ihrem Wohnmobil auch in der Ruhepause ab und zu einen Besuch zum Lüften ab.

Tipp:

Platzieren Sie eine Schale mit Salz im Innenraum des Fahrzeugs. Es bindet Wasser, mindert die Luftfeuchtigkeit und wirkt der Schimmelbildung entgegen.

Stellen Sie die gesamte Inneneinrichtung auf den Prüfstand: Sind meine Utensilien noch intakt? Brauche ich alle Gegenstände wirklich? Eine solche „Entrümpelung“ entlastet das Wohnmobil und schafft Platz für Neues.

Ausgeräumter Kühlschrank

Vorsicht vor Schimmel und Tierbefall: Entfernen Sie Lebensmittel und verderbliche Flüssigkeiten.

Zum Abschluss der Innenreinigung sollten Sie Ihre Aufmerksamkeit den Dichtungen schenken. Sie bedanken sich für eine sorgfältige Reinigung und gefolgt von einer Massage mit Pflegemitteln wie Glycerin oder Silikon mit luftdichtem Verschluss.

Die äußere Hülle

Nun blitzt das Wohnmobil von innen – bringen Sie es daher auch von außen zum Strahlen! In Waschanlagen finden Sie alles nötige zur Reinigung der Außenhaut. Hartnäckiger Schmutz in den Radkästen hat spätestens bei der Behandlung mit Hochdruck-Waschlanzen keine Chance mehr. Nach der Säuberung sollten Sie alle Blechteile wachsen – das vermindert die Gefahr von Rostbildung.

Auch die Reifen haben ein Recht auf Erholung. Ein erhöhter Luftdruck von zusätzlichen 0,5 Bar reduziert das Schadensrisiko. Ergänzend gibt es verschiedene Möglichkeiten, eine punktuelle Belastung zu verhindern. Dies funktioniert am einfachsten, indem Sie das Fahrzeug in regelmäßigen Abständen verschieben. Alternativ bietet sich eine Entlastung mittels spezieller Standschalen oder bereits vorhandenen Standstützen an.

Finden Sie einen passenden Standort

Wohnwagen auf überdachtem Parkplatz

Geschützt vor Wind und Wetter: Die optimale Schlafposition für den Wohnwagen.

Damit ist der Wohnwagen perfekt vorbereitet für die Überwinterung. Fehlt nur noch ein geeigneter Schlafplatz. Wenn Sie nicht über das Privileg einer Garage oder eines überdachten Standplatzes verfügen, sollten Sie sich rechtzeitig auf die Suche nach einem geeigneten Stellplatz machen. Denn abgemeldete Caravans dürfen nicht auf öffentlichen Verkehrsflächen abgestellt werden. Als Untergrund eignen sich vor allem Teer- und Betonflächen. Die Gefahr herabfallender Gegenstände sollte dabei so gering wie möglich sein.

Rüsten Sie die Technik für kalte Tage

Auf langen Reisen werden die technischen Geräte stark beansprucht – höchste Zeit, diese auf ihre Tauglichkeit zu überprüfen. Nehmen Sie Schläuche, Dichtungen und Hähne genau unter die Lupe: Jetzt ist die beste Zeit, für Ersatz zu sorgen, denn im Frühjahr passen sich die Preise der
hohen Nachfrage an.

Toilette im Grünen

Beim Gedanken an die Tanks gerne vergessen: Die (Capming)Toilette.

Leeren Sie alle Tanks vollständig – wie genau Sie dabei vorgehen sollten, erklärt diese Anleitung. Denken Sie hierbei auch an die Campingtoilette. Qualitativ hochwertige Modelle sind mit einem abnehmbaren Wassertank ausgestattet, den Sie für die Reinigung bequem entnehmen können. Um ungewolltes austreten von Gas zu verhindern, sollte die Flasche verschlossen gelagert werden. In manchen Quartieren zählt außerdem eine Demontage der Gasflaschen zu den Abstellbedingungen.

Tipp:

Nutzen Sie die Geräte im Frühjahr erst im aufgewärmten Wohnwagen. So überleben sie den Neustart unbeschadet.

Bei elektronischen Küchenhelfern, die im Kontakt mit Wasser oder Lebensmitteln stehen, ist die Gefahr von Kälteschäden hoch – lagern Sie diese besser im Haus. Unempfindliche Geräte wie TV oder Radio hingegen können sorglos im Wohnwagen überwintern.

Ladeanzeiger für Autobatterie

Voll geladen überlebt eine Batterie auch Minusgrade.

Einmal vollständig entladen, kommt die Batterie nur schwer wieder in Gang. Zur Überwinterung der Batterie ist es deshalb essentiell, kontinuierlich auf eine hohe Ladung zu achten. Laden Sie die Batterie vor der frostgeschützten Lagerung vollständig auf und kontrollieren Sie den Zustand alle sechs bis acht Wochen.

Winterfestes Wohnmobil – Der Check auf einen Blick

  • Ist der Wohnwagen vollständig gereinigt und von allem Verderblichen befreit?
  • Sind Kühlschränke und Türen geöffnet, die Polster aufgestellt?
  • Ist der Tank geleert und gereinigt?
  • Sind die Dichtungen frei von Staub und Schmutz?
  • Steht das Wohnmobil gesichert vor Wind und Wetter, Ästen und Lawinen?
  • Wurde die Außenhaut gesäubert und somit vor Rost geschützt?
  • Sind die Reifen entlastet?
  • Wurden alle Wasserbehälter entfernt und die Hähne geöffnet?
  • Befinden sich noch empfindliche Elektrogeräte im Fahrzeug?
  • Ist die Batterie vollgeladen und frostsicher gelagert?

Für einen reibungslosen Start im neuen Jahr

Das Wohnmobil ist somit bereit für die Winterpause. Sie dürfen Sich jedoch noch nicht ganz zurücklehnen. Für einen reibungslosen Start im neuen Jahr ist es ratsam, bereits jetzt den Termin für die nächste Hauptuntersuchung zu prüfen. Fällt diese nämlich in die Ruhezeit, sollte der Profi-Check noch vor dem Winter erfolgen.

Befreit von Altem, ist nun Platz für Neues: Werden Sie kreativ! Ein frischer Anstrich, eine Schönheitskur für die Wände. hier und da ein dekoratives Accessoire und schon erstrahlt Ihr Wohnmobil in neuem Glanz.

Wintercamping: Abenteuerurlaub mit Suchtpotential

Der Abschied von Ihrem Wohnmobil fällt Ihnen jedes Jahr aufs Neue schwer? Dann lassen Sie es sein und entdecken Sie das Wintercamping für sich! Eine optimale Vorbereitung, ein wintertaugliches Fahrzeug und die richtige Ausrüstung – schon kann der Abenteuerurlaub beginnen!

Wohnmobil in Schneelandschaft

Im Winter wird der Campingtrip zum Abenteuer.

Das Wohnmobil als Schneemobil

Um Sie sicher durch die kalten Tage zu bringen, sollte das Wohnmobil bereits wintertauglich ausgestattet sein. Eine Boden- und Dachstärke von drei bis vier Zentimetern sorgen für ausreichend Schutz. Zusätzliche Heizkörper erhöhen den Komfort, während Heizschläuche entlang der Wasserleitungen vor Frost und Rost schützen.

Unterziehen Sie die Ausrüstung einem umfangreichen Winter-Check:

  • Mit Winterreifen und Schneeketten sind Sie sicher auf der Straße unterwegs.
  • Eiskratzer und intakte Wischblätter sorgen für einwandfreie Sicht.
  • In kalten Tagen ist zudem eine stabile Starthilfe
  • Planen Sie ausreichend Frostschutz und Gas ein – deren Verbrauch übersteigt bei kalten Temperaturen die gewohnte Menge.
  • Für den Fall, dass die Temperaturen der Technik zu schaffen machen, zählen auch warme Kleidung und ausreichend Decken zur Pflichtausstattung.
Mann legt Schneeketten an.

Schneeketten zählen zur Standardausrüstung bei Wintertouren

Während der Reise sollte eine dauerhafte Luftzirkulation sichergestellt und Feuchtigkeit im und am Fahrzeug vermieden werden. Vor jeder Abfahrt daher Eis und Schnee vollständig entfernen und nasse Kleidung in einem Vorzelt trocknen. Trotz Kälte immer wieder kräftig durchlüften.

Sichern Sie das geparkte Auto lieber mit Holzkeilen oder Stützen anstelle der Handbremse und meiden Sie die Nähe zu Bäumen und möglichen Dachlawinen.

Vor der Tour lohnt sich außerdem ein Blick in die Tipps fürs Wintercamping des ADAC.

Nach getaner Arbeit in der Hochsaison hat sich das Fahrzeug seine ausgiebige Wellnessbehandlung verdient. Ob im Ruhezustand oder auf Reisen: Nehmen Sie sich die Zeit, Ihr Wohnmobil noch vor dem Winter auf Vordermann zu bringen. Das spart Geld, jede Menge Stress und garantiert einen entspannten und sicheren Neustart im nächsten Frühling.
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