Richtig Campen im Winter

Schneeberg

Für viele ist es eine eher abschreckende Vorstellung, sich bei Minusgraden und Dauerschneefall in einen Caravan zu setzen und das nächste Schneegebiet auszukundschaften oder gar für ein paar Nächte im Zelt zu schlafen. Dabei entgeht Ihnen eine wundervolle Landschaft, bizarre Eiskunst und ein unvergleichliches Abenteuer. Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich auf das Experiment richtig vorbereiten und welche Tipps Ihnen bei Eiseskälte weiterhelfen.

Bevor es losgeht

Planung ist das A und O bei einem Wintercampingtrip. Nehmen Sie sich die Zeit, Ziel, Route und Wegbeschaffenheiten genau zu untersuchen. Dann können Sie sich auf der Tour später entspannt zurücklehnen und die Landschaft genießen. Beliebte Ziele für Wintertrips sind die bayrischen Voralpen, österreichische Skigebiete oder aber auch Meeresküsten wie auf Sylt. Wer nach mehr Abenteuer sucht, kann auch geführte Touren buchen, beispielsweise Arktis-Touren. Hier können Sie gemeinsam mit einer Gruppe mutiger Abenteurer und Entdecker den Nord- oder Südpol erobern und wunderschöne Polarlichter bestaunen.

Schneelandscahft

Abenteuer Wintercampen – von Schneewanderungen bis Polarlichter

Für ein verlängertes Wochenende oder für Anfänger sind solche Reisen aber erstmal noch nichts. Je nachdem, ob Sie sich für das Campen mit dem Zelt oder mit dem Wohnmobil entschieden haben, gilt es einige wichtige Vorkehrungen zu treffen. Auch je nachdem ob sie mit Kindern oder gar einem Haustier verreisen.

Wohnwagen

Wer bequem im Wohnwagen reist, hat die Annehmlichkeiten von Bett, Dach über dem Kopf und Heizung dabei, muss diese aber auch auf die frostigen Temperaturen vorbereiten.

  • Navigationsgeräte überprüfen! Wer mag, kann einem vollautomatischem Navigationsgerät vertrauen. Trotzdem sind Karte, Handy und Reiseführer ein Muss.
  • Reservierung auf dem Campingplatz der Wahl ist bei sehr begehrten Orten nötig.
  • Statten Sie Ihr Fahrzeug unbedingt mit Winterreifen In manchen Wintergebieten gilt sogar eine ganzjährige Winterreifenpflicht! Zudem sollten Sie bei sehr eisigen oder verschneiten Strecken zusätzlich Schneeketten einpacken. (Und vorher ausprobieren, wie Sie diese schnell und sicher anbringen.)
  • Checken Sie das komplette Fahrzeug durch. Die Batterie sollte komplett aufgeladen und der Gaskocher neu befüllt sein. Schläuche und Kabel sollten keine Brüche oder deutliche Alterungsspuren aufweisen, da diese bei Frost aufreißen. Das gilt vor allem für Plastikkabel! Stromanschlüsse deshalb nie zu lange oder über Nacht den kalten Temperaturen aussetzen.
  • Reiben Sie Fenster und Türen vorsorglich mit Pflegemitteln ein und nehmen Sie ausreichend Frostschutzmittel bzw. Entfroster mit
Wohnwaagen eingeschneit

Gut vorbereitetist ein Wohnwagen auch bei tiefen Temperaturen zum Reisen geeignet

  • Achten Sie auf eine zusätzliche Gasflasche im Gepäck! Bei den kalten Temperaturen brauchen Sie deutlich mehr Gas. Und nichts ist schlimmer als bei gefühlten minus 50 Grad nachts ohne Heizung aufzuwachen.
  • Besen, Schaufel und Leiter sind ein Muss.
  • Für alle Fälle sollten Sie, sofern Sie noch etwas Platz übrig haben, eine Elektroheizung Bei Gasausfall oder zum schnellen Aufheizen eignen sich Elektroheizer sehr gut und nehmen nicht viel Platz weg.
  • Ein Temperaturregler mit Warnsystem ist vor allem bei kalten Nächten nützlich. Die Temperatur sollte allgemein niemals unter 5 Grad Celsius fallen. Nicht nur wegen der menschlichen Bewohner, sondern auch, damit Geräte und Motor keinen Schaden nehmen.
  • Wichtig ist auch, das Wassersystem zu überprüfen. Besonders ältere Caravan-Modelle verfügen über ein Wassersystem, das nicht für Minusgrade geeignet ist. In diesem Fall sollten Sie alle Wassertanks und Schläuche leeren und das System abschalten. Damit trotzdem für Wasch- und Sanitäranlagen gesorgt ist, können Sie den Wagen mit speziellen Wintersystemen nachrüsten und eine Campingtoilette einbauen. Wir von Enders haben sicher auch eine passende, günstige Campingtoilette für Sie.

Noch mehr Tipps und Erfahrungsberichte finden Sie hier.

Zelt

Zelt

Auch im Zelt ist Wintercamping möglich

Hier sind Sie deutlich mehr auf sich allein angewiesen. Deshalb sollten Sie eine Zelttour auch mindestens zu zweit planen, besser noch als Gruppe. (Macht auch mehr Spaß.) Hier gilt:

      • Gute und geprüfte Ausrüstung finden Sie im Fachhandel. Lassen Sie sich dort ausführlich beraten. Denn Sie müssen in Ihrem Zelt und Schlafsack übernachten. Am besten bereits im Sommer die Nebensaison ausnutzen. Achten Sie besonders auf einfache Handhabung und darauf, dass die Ausrüstung auf die tiefen Temperaturen ausgelegt ist.
      • Schlafsäcke mit Vliesinnenfutter auskleiden, das sorgt für zusätzliche Wärme. Außerdem sollte ihr Schlafsack laut Auszeichnung für Temperaturen, die mindestens 10 Grad unter der voraussichtlichen Temperatur Ihres Reisezieles liegen, ausgerichtet sein.
      • Falls Sie vorhaben, auf Wanderungen zu gehen, sollten Sie auf sehr leichte Materialen, wie Merino, achten, sonst wird Ihnen der Rucksack ab Tag zwei nur noch zur Last.
      • Genauso wie beim Wohnwagencamping: Navigationsgeräte! Karten mit Auto- und Wanderouten, GPS-fähige Handys und eventuell ein Kompass sollten sich auf jeden Fall in der Ausrüstung jedes Teilnehmers befinden.
      • Testen! Bevor Sie zur richtigen Tour aufbrechen, sollten Sie die Temperaturen bereits kennen gelernt haben und ihr komplettes Equipment bedienen können. Das gilt besonders für den Zeltaufbau, den Schlafkomfort und das Kochen mit Campingkocher oder Feuerstelle.
      • Denken Sie auch an Wasch- und Sanitärausrüstung. Bei manchen Campingplätzen können sie die dortigen Anlagen benutzen. Ansonsten sollten Sie eine mobile, komfortable Campingtoilette einpacken und eventuell eine Campingdusche. Wir von Enders haben ein für beide Bedürfnisse passende Angebote und beraten Sie diesbezüglich gerne.

Für beide

Ein paar Ausrüstungsgegenstände sollten sowohl Wohnwagen- als auch Zeltcamper immer dabei haben:

      • Funktionskleidung schützt vor Kälte und insbesondere vor Nässe, die schnell mal ins Zelt eindringt. Ausgesprochen nützlich sind übrigens wasserabweisende Socken, dann bleiben auch die Füße immer trocken und warm.
      • Ein leichter, aber geräumiger Rucksack
      • Eine kleine Zusammenstellung der wichtigsten Werkzeuge (Taschenmesser, Dosenöffner, etc.)
      • Taschenlampe, Ersatzbatterien und Feuerzeug / Streichhölzer sollten auf jeden Fall dabei sein. Bestenfalls mehr als notwendig.
      • Erste-Hilfe-Ausrüstung
      • Auch wenn Sie im Winter unterwegs sind, sollten Sie an ausreichend Sonnenschutz Durch die Reflexion der Sonnenstrahlen auf der weißen Schneeoberfläche werden die Sonnenstrahlen sogar nochmal verstärkt.
      • Selbstverständlich ausreichend Nahrung, Wasser und Kochutensilien. Für letztere eignen sich besonders Holzutensilien gut, da diese anders als Metall, nicht erkalten.
      • Panzertape. Es gibt kaum Dinge, die sich nicht damit zukleben, abdichten, befestigen oder einfach reparieren lassen.
Campingausrüstung

Beispiel für eine Campingausrüstung

Eine komplette Übersicht mit allen großen und kleinen Details finden Sie in unserer großen Checkliste!

Unterwegs und nachts

Tagsüber sollten Sie dann einfach die unberührte Natur genießen oder sich ins Ski-/Snowboardabenteuer stürzen. Caravan und Zelt sollten in der Zwischenzeit auf einem sicheren Platz abgestellt sein, wo sie nicht zugeschneit werden können und windgeschützt sind. Zudem sollte die Zeltplane oder Dachluke immer ein Spalt breit offen bleiben, damit eine ausreichende Luftzirkulation gewährleistet ist.

In Ihrem Rucksack sollten sich stets genug Wasser, sowie Handy, Karte und Notfalltaschenlampe befinden. Kleiner Tipp: Batterien versagen bei sehr kalten Temperaturen oft ihren Dienst. Kurz zwischen den Handflächen aufwärmen, dann sollte auch Ihre Taschenlampe wieder Licht spenden. Kleine Frostbeulen sollten auch für alle Fälle einen Handwärmer einstecken.

Um auch nachts warme Füße zu haben, am besten kochendes Wasser in eine Flasche abfüllen (darauf achten, dass die Flaschen den Temperaturen stand hält), in eine Socke wickeln und ans Fußende deponieren. Besonders bei Zelttouren haben Sie dann morgens auch kein Problem mit gefrorenem Wasser. Für zusätzliche Wärme im Schlafsack sorgen auch die Kleider für den morgigen Tag. Einfach den Schlafsack damit ausstopfen – dann müssen Sie in der Früh nicht in Kleider schlüpfen, sie sich anfühlen, als kämen sie aus der Kühltruhe.

Wenn Sie nun alle wichtigen Utensilien zusammen haben und die nötigen Vorbereitungen getroffen sind, dann nichts wie los ins Abenteuer. Wir wünschen Ihnen viel Spaß!

 

Quellen:

http://www.rei.com/learn/expert-advice/winter-camping.html

http://www.buzzfeed.com/peggy/essential-winter-camping-hacks#27y871c

 

Bild: 1: Dhaulagiri – view from aircraf, High Contrast, CC

Bild 2: Schneeschuwandern, Simon, CC / Bild 3: AuroraAustralis, Rapomon, public domain

Bild 4: Caravan, miauleno, CC

Bild 5: Camping at Upper Boyscout Lake, JoshLewis, CC

Bild 6: Camping Equipment, Partyzan XXI, CC