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Der Campingplatz als zweites Zuhause – Diese gesetzlichen Richtlinien sollten Sie kennen

Ein fester Stellplatz auf dem Campingplatz Ihrer Wahl: Sie sind dabei an rechtliche Grundlagen gebunden. Wir haben Ihnen die wichtigsten Fakten zusammengestellt, damit es bei Ihrem Wochenendsitz zu keinen bösen Überraschungen kommt.

So sollte Camping sein: Am Morgen in einer wunderschönen Umgebung erwachen.

Dauercampen: Jedes Wochenende in der Natur verbringen, ist von vielen ein Traum.

Für ein gutes Miteinander: Regeln und Platzordnung

Je nach Platzordnung des Campingplatzes (welche Sie sich meistens vorab online anschauen können), gibt es für Sie als Camper gewisse Regeln zu beachten. Wobeies einen Unterschied macht, ob Sie mit Zelt oder Caravan anreisen.

Viel Natur, das ist der Hauptgrund für alle Camperfreunde.

Eher ein seltenes Bild: Zum Camping gehören auch immer Zeltnachbarn.

Es kommt selten vor, aber sollten Sie auf einem Campingplatz abgelehnt werden, ist dies stets rechtmäßig: Der Platzwart darf entscheiden, wen er als Mieter auf seinen Platz lässt. Vermeiden Sie also unnötige Diskussionen und suchen Sie lieber einen anderen auf.

Je nach Campingplatz variieren Preise, gefordertes Mindestalter der Gäste oder festgelegte Zeiten der Nachtruhe. Lesen Sie deshalb die jeweilige Platzordnung, um Missverständnisse zu vermeiden.

Für die Zufahrtswege innerhalb des Geländes gilt die reguläre Straßenverkehrsordnung, das heißt, im Falle eines Unfalles sind Sie auch hier versichert.

Campingplatz - so kann das Gelände ausschauen.

Ein sorgfältig angelegter Campingplatz ist die Sicherheitsvariante und mit netten Nachbarn ein echter Spaß.

Mietvertrag und Richtlinien für das Camping-„Zuhause“

Wer als Dauercamper auf einen Campingplatz zieht, muss neben der Platzordnung auch die festgelegten Regeln aus dem Mietvertrag beachten, sowie entsprechende Gesetze je nach Bundesland. Wir haben die wichtigsten Rechte und Pflichten als Mieter eines Stellplatzes für Sie zusammengestellt.

Ihre Rechte

Viele Menschen, darunter oftmals Wohnmobilbesitzer, erfreuen sich daran, einen Stellplatz auf einem nahegelegenen Campingplatz zu mieten. Die Dauer beträgt in der Regel 1 Jahr, und die Konditionen werden vom Campingplatz-Besitzer im Mietvertrag festgelegt. Diese Verträge können stark variieren, daher sollten Sie sich vorab beraten lassen, um Rechts-Streitereien zu vermeiden.

Tierhaltung eingeschränkt

Wenn Sie einen Hund haben, können Sie – je nach Platzordnung – diesen mit auf das Gelände nehmen. Meist gilt aber Leinenpflicht auf dem Campingplatz.

Was Ihnen aber nicht möglich ist (im Gegensatz zu manchen Kleingartenanlagen), ist die private Nutztierhaltung wie die Hühnerzucht.

Mit dem Vierbeiner in den Urlaub verbringen.

Für die meisten Campingplätze sind Hunde in Ordnung, jedoch gilt Leinenpflicht.

Postzustellung: ja

Eine mögliche Sorge für Dauercamper ist die Zustellung von Post, wenn sie die Sommermonate in ihrem kleinen Natur-Domizil verbringen möchten. Die meisten Campinganlagen bieten jedoch für ihre Quasi-Dauerkunden an, die Post anzunehmen. Somit steht einem langen Aufenthalt nichts im Wege!

Gewerbebetrieb: nein

Eine nette und kostengünstige Idee: Sich sein kleines Gewerbe auf dem Campingplatz einrichten, wenn für das Büro zuhause kein Platz ist. Das ist aber auf Campingplätzen ungern gesehen und wird bisweilen sogar mit einem Platzverweis geahndet. Urlaub bleibt also Urlaub!

Platzgestaltung?

Ein Dauerbrenner-Thema unter den Dauercampern: Inwieweit darf ich meinen gemieteten Stellplatz umgestalten?

Wohnmobilbesitzer dürfen auf ihrer gemieteten Fläche ein Vor- oder Beizelt aufbauen, manche sogar kleine holzartige Vorbauten.

Dies kann allerdings zu Missstimmung seitens der Stadt führen. So geschehen in Dangast, Niedersachsen. Dort leben mehrere Familien als Dauergäste auf einem Campinggelände und haben sich neben ihren Wohnwägen einfache Holzanbauten aufgebaut. Allerdings verstießen sie, so die Stadtverwaltung, gegen die niedersächsische Campingverordnung, die nicht auf Bundes- sondern Landesebene festgelegt wird. In dieser sind nur solche Konstruktionen erlaubt, die von einer bzw. zwei Personen innerhalb kurzer Zeit demontiert werden können.

Bei manchen Campingplätzen ist es dagegen nach Absprache sogar erlaubt, Zäune oder Hecken aufzustellen. So können Sie sich also je nach Platz – und Bauordnung im jeweiligen Bundesland ein kleines, selbstgestaltetes Gartenparadies schaffen.

Hecken, Zäune - das wäre nicht auf jedem Campingplatz möglich.

Wie viel Gestaltungsspielraum sie auf ihrem Platz haben, entscheidet letztlich die Platz- und landesinterne Bauordnung.

Sprechen Sie sich deshalb am besten vor dem Mietvertrag mit Ihrem Vermieter ab, welche Rechte sie auf Ihrem Stellplatz haben.

Ihre Pflichten

Wie jeder Mietvertrag beinhaltet auch der Stellplatz auf einem Campinggelände bestimmte Pflichten, denen sie nachgehen müssen. Meistens sind diese nicht explizit im Vertrag aufgeführt, sondern in der sich im Anhang befindenden Platzverordnung.

Instandhaltung

Wer sich einen festen Stellplatz auf dem Campinggelände mietet, ist häufig selbst für die Rasenpflege seines Platzes verantwortlich. Dies kann – soweit im Vertrag festgeschrieben – ansonsten kostenpflichtig vom Vermieter nachgeholt werden.

Wie beim Garten auf dem eigenen Grundstück, muss auch die Rasenfläche beim Campen gepflegt werden.

Da muss als Dauercamper doch mal der Rasenmäher angeworfen werden.

Zudem ist jeder zuständig für die Entsorgung seines Abfalls. Die Regeln der Mülltrennung beruhen wiederum auf den Gesetzen der Kommune zu der der Campingplatz gehört.

Haftungspflicht

Für Schäden und Unfälle, die auf Ihrem Stellplatz passieren, haften Sie und nicht Ihr Vermieter. Das gilt auch für Diebstähle von Wertgegenständen, deshalb nutzen Sie, wenn vorhanden, Schließfächer!

Ist im Mietvertrag ebenso die Klausel „„Der Mieter haftet für die Schäden, die auf dem Campingplatz einschl. seiner Einrichtungen von ihm verursacht werden“ enthalten, so müssen Sie nicht nur für Schäden haften, die dem Vermieter gehören, sondern auch für Dritte. Ein Beispiel für solch einen Fall wäre ein auf Ihrem Stellplatz entstehender Brand. Sollten Ihre Nachbarn unglücklicherweise dabei zu Schaden kommen, sind Sie rechtlich verpflichtet, für deren gesamte Schäden aufzukommen. Daher ist eine Haftpflichtversicherung unabdingbar!

Rundfunkgebühr?

Wenn Sie Ihren Wohnwagen wie ein kleines Ferienhaus nutzen, haben Sie vielleicht den Wunsch, zum Frühstück Radio zu hören oder am Abend den Fernseher einzuschalten. Sind Sie dabei verpflichtet eine Rundfunkgebühr zu bezahlen?

Rechtlich gilt der Grundsatz, dass Ihr Wohnwagen bzw. Wohnmobil nur dann als Wohnung gilt, wenn Sie ihn nicht oder nur gelegentlich fortbewegen. Dann gilt wie für jede „Wohnung“ die Pflicht zur Zahlung der Rundfunkgebühr, die momentan 17,50 € im Monat beträgt.

Ja, auch beim Campen kann die Rundfunkgebühr auf Sie zu kommen.

Beim Frühstück im Grünen kann Sie das Radio leider mehr als nur Strom kosten.

Dauercamping und Steuern?

Wir haben Ihnen unter anderem die schönsten Dauercamping Plätze Deutschlands präsentiert, die zu Ihrem zweiten Domizil werden könnten. Mit einem Dauer-Stellplatz kommen jedoch auch andere Verpflichtungen hinzu, die Sie bei einem kurzfristigeren Urlaub nicht haben. Denn wie bei einem Ferienhaus müssen Sie Ihren Stellplatz möglicherweise als Zweitwohnsitz anmelden.

Zählt der Stellplatz als Zweitwohnsitz?

Ob das auf Sie zutrifft, hängt von den jeweiligen Regeln im Bundesland ab. So ist es nach einer Rechtsprechung des niedersächsischen Oberverwaltungsgericht der Fall, dass ein Wohnmobil dann als Zweitwohnsitz gilt, wenn dieses nie oder nur gelegentlich bewegt wird (sprich: wenn es länger als drei Monate im Jahr an einem Ort steht).

Somit fallen für einen Dauercamper in Niedersachen, aber auch Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen, Sachsen sowie – mit gewissen Modifizierungen – in Schleswig-Holstein Steuern an. Allerdings liegt es auch noch in der Hand der Kommunen, ob diese tatsächlich erhoben werden.

Ein häufiger Fehlschluss unter Campern: Es geht bei dieser Besteuerung nicht darum, wie ähnlich die Ausstattung des Wohnmobils dem einer Wohnung gleicht, sondern ob sanitäre Anlagen oder Kochgelegenheiten in vertretbarer Nähe sind.

Mal länger an einem Ort bleiben, weil es so schön ist. Ab drei Monate gilt eigentlich die Zweitwohnsitzsteuer.

Wer im Wohnwagen wohnen will, ohne Steuern zu zahlen, muss wohl alle drei Monate seinen Standplatz wechseln: So sieht es das Gesetz vor.

Doch ein Wohnwagen ist nie Erstwohnsitz

Für manche Campingfans fungiert die gemietete Parzelle tatsächlich als Erstwohnsitz, da sie keine andere Wohnung mehr besitzen. Das wird von den meisten Kommunen toleriert, vielleicht gerade weil es bei diese Frage rechtlich um eine Grauzone handelt.

Die Vorschriften des Melderechts sprechen für eine Anmeldung des Campingplatzes als Hauptwohnsitz, wobei jedoch das Baurecht dagegen spricht, da die Plätze oft in Erholungsgebieten liegen. Des Weiteren werden oft nicht die nötigen Brandschutzbedingungen erfüllt, um einen Stellplatz als Erstwohnsitz eintragen zu lassen.

Dieser Widerspruch führt dazu, dass die Rechtslage undurchsichtig ist – und je nach Gerichtsprozess oder einer veränderten Gesetzeslage eine situative Entscheidung getroffen werden muss.

Wie so oft, gilt es bei Verträgen genauer hinzuschauen oder sich beraten zu lassen: Das gilt auch bei Ihrem zweiten Zuhause in der Natur. Wir wünschen Ihnen für die Zukunft möglichst stressfreie Campingmomente!

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