Junge Camper beim Lagerfeuer

Camping Neulinge aufgepasst! Mit diesen 5 Tipps werden Sie zum Profi

Sie planen Ihren allerersten Camping Trip und möchten sich so schnell wie möglich ein fundiertes Basiswissen aneignen, mit dem Sie garantiert keiner mehr als blutiger Camping-Anfänger entlarven kann? Sei es das Finden der richtigen Unterkunft, das Planen des Camping-Menüs oder das Auskommen mit dem Stellplatznachbarn – hier bekommen Sie einen Camping-Crashkurs, der Sie glatt zum Experten werden lässt.

1. Die richtige Campingunterkunft finden

Das geeignete Zelt

Was wäre ein Campingtrip ohne das geeignete Zelt? Bei dem immensen Angebot an Zelten in unterschiedlichen Variationen, Größen, Ausstattungen und Preisklassen verlieren gerade Campingeinsteiger schnell den Überblick.

Damit Sie in Ruhe überlegen können, welcher Zelt-Typ für Sie und Ihren Campingtrip überhaupt in Frage kommt, haben wir für Sie eine Übersicht über die verschiedenen Zeltformen:

·        Kuppelzelte

Geeignet für: Trekker und Bergsteiger

Mit ihrem leichten Gewicht und ihrer stabilen Form sind Kuppelzelte optimal für steiles, mit Felsen durchsetztes Gelände geeignet. Kuppelzelte brauchen nicht viel Platz, daher stellt die begrenzte Stellfläche in den Bergen kein Problem für diesen Zelt-Typ dar.

Kuppelzelt

Ein Kuppelzelt ist optimal fürs Berggelände.

·        Tunnelzelte

Geeignet für: Wanderer in flachen Gebieten

Der große Vorteil dieses Zelt-Typs: Sie bieten viel Platz und wiegen gleichzeitig sehr wenig. Da sie jedoch relativ viel Raum zum Aufstellen einnehmen, kann man sie im hügeligen oder steinigen Gelände nur schwer gebrauchen.

Tunnelzelt

Tunnelzelte eignen sich für weite Grasflächen.

·        Geodätische Zelte

Geeignet für: Wanderer in stürmischen Gebieten

Mit ihrem extrem robusten Gerüst, das durch mehrere Gestänge gestützt wird, gehören diese zu den stabilsten aller Zeltformen. Einziger Nachteil: Das hohe Gewicht und die lange Aufbauzeit.

·        Familienzelte bzw. Komfortzelte

Geeignet für: mehrköpfige Familien und Campingplatz-Camper

Für das Übernachten sowohl in stürmischen als auch hügeligen Gebieten eher ungeeignet, bieten sie doch vor allem eines: Geräumigkeit und Komfort. Beim Kauf gilt: Lieber zu groß als zu klein! Denn auch für Familien-Gepäck sowie Camping-und Freizeitausrüstung wird viel Stauraum benötigt. (Quelle)

Zelte im Wald

Das passende Zelt ist die Basis eines gelungenen Campingurlaubs.

Der geeignete Wohnwagen

Die Anschaffung eines Wohnwagens ist mit hohen Kosten und viel Aufwand verbunden. Daher sollten Sie einen kühlen Kopf bewahren und sich vor dem Kauf in Ruhe überlegen, welcher Wohnwagen für Sie der Richtige ist. Folgende Aspekte sollten dabei durchdacht werden:

·        Preisklasse und Finanzierung

Wieviel wollen Sie für den Wohnwagen ausgeben? Genügt Ihnen ein gebrauchter Wohnwagen oder möchten Sie sich gleich einen Neuwagen gönnen?

Reicht ihr Budget für einen Barkauf oder bevorzugen Sie eine Finanzierung? Für Einsteiger, die das Camper-Leben erstmal austesten möchten, kann auch das Mieten eines Wohnwagens empfehlenswert sein.

·        Größe und Ausstattung

Wie groß Ihr Wohnwagen sein soll und welche Ausstattung er umfasst, ist von folgenden Faktoren abhängig:

  • Anzahl der reisenden Personen
  • Umfang des Campingzubehörs und des Gepäcks
  • Lebensart: eher minimalistisch, komfortabel oder luxuriös?
  • Reisedauer: Planen Sie mit dem Wohnwagen einen Wochenendtrip, eine mehrwöchige Tour oder soll es zur Dauercamping-Unterkunft dienen?
  • Zweck des Wohnwagens: Wird er nur als Schlafplatz genutzt oder möchten Sie darin auch kochen, essen und waschen?
Wohnwagen mit Klapptisch

Mit einem Wohnwagen lässt es sich am komfortabelsten campen.

2. Diese Stellplätze sind geeignet

Für Familien

Für Familien mit Kindern empfehlen sich kinderfreundliche Campingplätze, die vor allem eines bieten: Möglichst viele Freizeitangebote für Kinder – egal ob Kinderanimation oder Spielplätze! Idealerweise sollte der Stellplatz in einer Naturgegend liegen, die wenig bis gar kein Verkehrsaufkommen aufweist – so müssen Sie ihre Schützlinge nicht ständig im Auge behalten und können sich ebenfalls etwas Erholung genehmigen.

Familie beim Campen

Ruhige Naturgegenden sind für campende Familien ideal.

Für Alleinreisende oder Paare

Wenn Sie nicht gerade zu den absolut blutigen Camping-Anfängern gehören, haben Sie bei der Wahl des Campingplatzes vollkommen freie Wahl und können ganz nach Ihren eigenen Vorlieben aussuchen. Ohne Kinder sind Sie flexibler, freier und ungebundener – warum sich also nur an einem Ort niederlassen? Auch eine Campingtour durch Europa hat ihren Reiz!

Extravagant campen:

Für die Abenteuerlustigen unter Ihnen oder diejenigen, die es in puncto Stellplatz etwas ausgefallener mögen, empfiehlt sich Wildcamping oder diese außergewöhnlichen Campingplätze Europas.

Campen in den Himalayas

Es muss nicht immer der klassische Campingplatz sein – wie wäre es mit Wildcamping inmitten der Himalayas?

Für Hundebesitzer

Vierbeiner fühlen sich vor allem in ruhigen Naturgegenden wohl, wo sie sich ungestört austoben können und weder Rücksicht auf großen Menschenandrang nehmen, noch rasende Autofahrer fürchten müssen. Ansonsten gilt: Lieber einen Stellplatz wählen, der nicht allzu weit vom Heimatort entfernt ist, denn lange Autofahrten sind den meisten Hunden ein Graus.

Wo sind Hunde erwünscht?

Das lässt sich ganz einfach herausfinden: Über die Suchfunktion „Hunde erlaubt“ des Campingführers des ADAC finden Sie alle Plätze, auf denen Camper mit vier Pfoten gestattet sind.

Chihuahua im Zelt

Das Camperleben gefällt auch den Vierbeinern.

3. Das gehört zur Grundausstattung

Die elementarste Frage vor dem ersten Campingtrip ist: Was muss mit? Gerade als unerfahrener Einsteiger lässt es sich schwer einschätzen, was für den Urlaub alles gebraucht wird. Damit die Angst, etwas vergessen zu haben, nicht ihre ganze Campingtour überschattet, haben wir hier für Sie die wichtigsten Dinge aufgelistet, die auf jeden Fall in Ihre Camping-Ausrüstung gehören:

  • Grundausrüstung für Zelt oder Wohnmobil (Heringe, Abschleppseil…)
  • Sanitäres (Toilettenpapier, Campingklo, evtl. Solardusche…)
  • Hygiene und Körperpflege (Hygienespray, Seife…)
  • Schlafen (Schlafsack, Isomatte…)
  • Kochen (Campingkocher, Topf, Campinggeschirr…)
  • Wetterfeste Kleidung (Gummistiefel, Regenponcho, Sonnenhut…)

=>Damit Sie beim Packen für den ersten Campingurlaub dann auch wirklich an alles denken, empfiehlt sich eine ausführliche Checkliste, die Sie Stück für Stück abarbeiten können.

Tipp: Machen Sie sich mit der Camping-Ausrüstung vertraut!

Für unerfahrene Einsteiger kann es hilfreich sein, die Ausstattung bereits vor dem ersten Campingtrip zu testen und sich langsam damit anzufreunden. Sei es eine Nacht im Schlafsack, der Probe-Aufbau des Zelts im Garten oder auch das Üben des Rückwärtseinparkens mit dem Wohnwagen – fühlen Sie sich langsam in Ihre neue Rolle als Camper ein! So können nicht nur böse Überraschungen vermieden werden, sondern bei Fehlkäufen können Sie auch noch rechtzeitig Alternativen besorgen.

Pärchen beim Zelt aufbauen

Übung macht den Meister – der korrekte Zeltaufbau will gelernt sein.

4. Die Essensplanung

In dem Irrglauben, mit ein paar Konserven und einem Gaskocher hätte sich die Sache erledigt, wird dieser Punkt von Camping-Anfängern oft vernachlässigt. Doch eine unausgewogene Ernährung während des Urlaubs ist nicht nur ungesund, sondern kann das Camping-Vergnügen auch ziemlich trüben. Denn wer möchte sich auf einem mehrtägigen oder gar mehrwöchigen Urlaub schon mit Fertig-Mahlzeiten á la Dosen-Ravioli und Instantnudeln zufrieden geben?

Das müssen Sie auch nicht, denn schon mit ein paar Basislebensmitteln können leckere kleine Menüs gezaubert werden. Packen Sie also von vornherein ein paar grundlegende Zutaten ein und planen Sie, wo und wann Sie gegebenenfalls Lebensmittel nachkaufen können.

Das gehört in die Lebensmittel-Basisausstattung:

  • Milch
  • Nudeln
  • Dosentomaten
  • Öl
  • Gewürze (Salz, Pfeffer)
  • Wurst/Käse
  • Brot
  • Knabberzeug für den kleinen Hunger (v.a. wenn Kinder dabei sind)

Empfehlenswert ist es auch, schon vorher das Camping-Menü festzulegen oder zumindest Rezeptideen zu sammeln, die schnell und einfach auf dem Campingkocher zuzubereiten sind – so wie diese schmackhaften und gesunden Leckereien für die Camping-Küche.

Camper beim Kochen

Es geht doch nichts über ein ausgewogenes Camping-Menü.

5. Mit dem Stellplatznachbarn auskommen: 5 Tipps

Auf dem Campingplatz angekommen, wartet auf Camping-Neulinge bereits die nächste große Herausforderung: das soziale Zusammenleben mit den anderen Campern. Doch laut den beiden Campingexperten Nele und Jalil vom Blog CamperStyle, müssen Sie sich in diesem Punkt keinerlei Sorgen machen:

Auf dem Campingplatz kommt man schnell miteinander in Kontakt, Camper sind in der Regel ein geselliges Völkchen.“

Wir haben die beiden nach Ihren persönlichen Tipps gefragt, die ein friedliches und geselliges Miteinander mit den Stellplatznachbarn garantieren:

1. Die Kunst des Smalltalk

„Häufig reicht ein freundlicher kleiner Smalltalk, um die ersten zarten Bande zu knüpfen. Dann dauert es auch meist nicht mehr lange, bis man abends zum Grillen oder auf ein Bierchen eingeladen wird. Unter Campern ist übrigens nach wie vor das ‚Du‘ gebräuchlich.“

junge Camper

In der geselligen Camper-Community findet man in der Regel schnell Anschluss.

2. Grüßen ist die halbe Miete

„Grüßen gehört in der Camper-Community zum guten Ton. Deshalb solltet ihr euren Nachbarn vorsichtshalber immer ein ‚Hallo‘ oder zumindest ein Kopfnicken schenken. Wird das nicht erwidert, nehmt es nicht persönlich – viele Neu-Camper sind vielleicht etwas schüchtern.“

3. Stellplatzgrenzen einhalten

Auch wenn Camper in den meisten Fällen sehr unkompliziert sind, so wachen einige mit strenger Hand über ‚ihre‘ Parzellen. Unerlaubtes Kreuzen, um zum Beispiel schneller zur Dusche zu gelangen, kann böse Blicke nach sich ziehen! Deshalb lieber kleine Umwege laufen und fremdes Terrain meiden…”

4. Eine Hand wäscht die andere

„Hilfsbereitschaft wird auf dem Campingplatz groß geschrieben. Wenn ihr seht, wie sich jemand mit seinem Wohnwagen, seinem Vorzelt oder seinem neuen Gasgrill abmüht, packt einfach ohne große Worte mit an.“

5. Einen rücksichtsvollen Umgang pflegen

„Gegenseitige Rücksichtnahme ist unerlässlich. So solltet ihr beispielsweise unnötigen Lärm vermeiden. Ganz wichtig auch: Leert bitte regelmäßig eure Campingtoilette. Denn gerade bei höheren Außentemperaturen will niemand eine “Miniatur-Güllegrube“ neben seinem Schlafzimmerfenster stehen haben.“

Camper beim Zeltaufbau

Hilfsbereitschaft und ein freundlicher Umgang wird bei Campern groß geschrieben.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und Spaß bei Ihrem ersten Campingurlaub und bedanken uns bei Nele und Jalil für ihre tollen Tipps!

 Bilder: Titelbild: ©istock/CandyBoxImages, Bild1: ©istock/trekandshoot, Bild2: ©istock/peplow, Bild3: ©istock/Elzbieta Sekowska, Bild4: ©istock/vanbeets, Bild5: ©istock/monkeybusinessimages, Bild6: ©istock/James-Alexander, Bild7: ©istock/cynoclub, Bild8: ©istock/KatarzynaBialasiewicz, Bild9: ©istock/omgimages, Bild10: : ©istock/gpointstudio, Bild11: ©istock/monkeybusinessimages