Zeltreihen auf dem Festivalgelände

Campen auf dem Festival – 7 Survival-Tipps, die das Festival zum Highlight machen

Vom perfekten Stellplatz für Ihr Zelt über die beste Art, Ihr Bier zu kühlen hin zu Überlebenstechniken beim Toilettengang: Welche sieben Tipps Sie unbedingt beachten sollten, damit Ihr Festivalerlebnis nicht zur Tragödie wird, verraten wir Ihnen hier.

Junge Menschen auf dem Weg zum Festival1. Der optimale Stellplatz fürs Zelt

Endlich auf dem Festival angekommen, heißt es: Zeug abladen, Zelt aufstellen und genießen – doch Achtung! Vor lauter Enthusiasmus vergessen die meisten Festival-Camper, den Stellplatz des Zeltes bedacht und mit Sorgfalt auszuwählen und sind meist froh darüber, in den Zeltmassen überhaupt noch einen Platz zu finden.

Das kann fatale Folgen haben: Schlimmstenfalls erwischt man ein Plätzchen in der Nähe der Dixie-Klos oder inmitten von Durchgangspfaden. Mit ständigem Fäkaliengeruch in der Nase und Besucherströmen, die einem durchs Vorzelt laufen, kann der Festival-Aufenthalt dadurch zu einem ziemlichen Alptraum werden.

Daher ist die Regel Nr. 1: Vorzeitig anreisen! So bleibt genügend Zeit, um den Schlafplatz während der Festival-Tage sorgfältig auszuwählen. Mit diesen Tipps finden Sie den idealen Zelt-Stellplatz:

  • Mulden vermeiden

Dort sammelt sich sehr schnell Wasser an. Besser ist ein sandiger Untergrund, von dem das Wasser gut abfließen kann – denn wer möchte schon in einem Schlammloch schlafen?

  • Eine leichte Anhöhe unter Bäumen ist optimal

Hier ist es nicht nur trocken und windgeschützt, sondern auch schattig. Wer schon mal verkatert in einem saunaartig heiß-stickigen Zelt geschlafen hat, wird das sehr zu schätzen wissen. (Quelle)

  • Die Nähe des Zauns vermeiden

Dass man möglichst Abstand zu den Dixi-Klos halten sollte, muss wohl den wenigsten Festival-Gängern gesagt werden. Was jedoch gerade Festival-Anfänger oft nicht wissen: Der Zaun ist das inoffizielle Pissoir jedes Festivals und damit ultimatives Gefahrengebiet für die Geruchsnerven!

  • Abstand von Durchgangswegen halten

Dabei sollten Sie auch bedenken, dass betrunkene Festivalgänger auch gerne mal die markierten Pfade verlassen, nach links und rechts ausscheren bzw. schwanken und dabei wenig Rücksicht auf Hindernisse – auch Zelte – nehmen. Daher halten Sie sich möglichst fern von den Trampelpfaden der Konzertbesucher!

  • Den Stellplatz markieren

Endlose Zeltreihen, Schlafmangel, brütende Hitze und dann natürlich der Einfluss des Bieres – all das trägt nicht gerade zu einem gesunden Orientierungssinn bei. Wie man trotzdem sein Zelt wiederfindet? Markieren Sie Ihren Stellplatz! Ob mit Plakaten oder bunten Fähnchen – das ist ganz Ihnen überlassen, Hauptsache, er sticht in irgendeiner Weise aus den Zeltmassen hervor und ist für Sie gut erkennbar. (Quelle)

Zeltreihen auf dem Festivalgelände

Bei solchen Zeltmassen kann man schon mal den Überblick verlieren.

2. So bleibt das Zelt stabil

Selbst wenn man den optimalen Stellplatz weit weg von Trampelpfaden und Klo-Zäunen gefunden hat, kann es selbstverständlich trotzdem passieren, dass sich der ein oder andere an Musik und Alkoholischem berauschte Festival-Besucher verirrt und vor lauter Desorientierung auch mal mit den Zelten kollidiert. Da ist es besonders wichtig, ein stabiles Zelt zu haben, das solchen Bedrohungen und natürlich auch Wind und Wetter standhält. So trotzen Sie Zusammenstößen mit Regen, Wind und Verirrten:

  • Heringe gut verankern! Gegebenenfalls können diese auch mit großen Steinen fixiert werden.
  • Außenzelt faltenfrei mit Zeltschüren abspannen! Denn je straffer, desto weniger flattert das Zelt bei Wind und bleibt daher stabiler. (Quelle)
  • Regelmäßig nachspannen! Bei steigender Luftfeuchtigkeit dehnen sich Außenzelt und Zeltschnüre aus. Daher sollten Sie Ihr Zelt regelmäßig straff ziehen.
  • Reparaturmaterial mitnehmen! Falls es doch mal zu einem Kollisionsunfall kommt, sollten Sie immer etwas zum Flicken, wie zum Beispiel Gaffaband, dabeihaben.
Hammer, Zeltschnur und Karabiner

Nur ein stabiles Zelt kann den Festival-Strapazen standhalten.

3. Abhilfe bei Toilettenproblemen: von der Campingtoiletten zur Tankstelle

Wer kennt und hasst es nicht – das leidige Anstehen vor versifften Dixi-Klos? Da helfen selbst Utensilien wie Desinfektionstücher, Sagrotan, WC-Auflagen und Co nicht mehr viel.

Doch mit gesteigertem Alkoholkonsum sinkt oft auch in diesem Bereich die Hemmschwelle, und Alternativen (außer dem zuvor erwähnten Pissoir-Zaun) gibt es ja schließlich nicht – oder? Wir haben für Sie die besten und hygienischsten Alternativen zum Dixi-Klo (und natürlich dem Zaun!) gefunden (Quelle):

Ein eigenes Chemieklo ist nicht nur hygienisch, sondern auch platzsparend, günstig und das Wichtigste: jederzeit nur für Sie verfügbar! Darum wird Sie sicherlich jeder Festival-Besucher beneiden. Damit Sie auch die ganze Festival-Saison etwas von Ihrer mobilen Toilette haben, sollten Sie unsere 10 Tipps zur Benutzung beachten.

  • Toilettenwägen

Es gibt sie nicht auf allen, aber doch auf den meisten Festivals, und es lohnt sich auf jeden Fall, Ausschau nach ihnen zu halten. Sie müssen zwar etwas zahlen, aber dafür geht es hier aufgrund von Wasserspülung und regelmäßigeren Reinigungszeiten weitaus hygienischer zu als auf den Dixi-Klos.

  • Möglichkeiten außerhalb des Festivalgeländes

Wer kein Problem damit hat, das Festival auch mal für eine Zeit zu verlassen, kann natürlich auch nach Gaststätten, Tankstellen, Schwimmbädern etc. in der Nähe Ausschau halten. Diese Möglichkeit ist zwar zeitintensiv, aber vielleicht genießt es der ein oder andere sogar, eine kleine Festival-Pause einzulegen.

  • Stoffwechsel beeinflussen

Die natürlichste Methode ist, die Intervalle der Toilettengänge bewusst zu verlängern: durch richtige Ernährung (möglichst fettarm und ballaststoffreich), viel Bewegung und Reduktion des Bier-Konsums – auch wenn das den meisten Festival-Besuchern (verständlicherweise) eher schwer fallen wird.

Dixiklos in einer Reihe

Aneinandergereihte Dixi-Klos: der weniger schöne Aspekt von Festivals

4. So bleiben die Wertsachen sicher

Wo viel Menschenandrang anzutreffen ist, herrscht meist auch viel Chaos. Dabei gehen nicht nur häufig Sachen verloren: Trickdiebe treiben oftmals ihr Unwesen auf Großveranstaltungen und nutzen die unaufmerksamen Momente der Besucher bewusst aus. Daher sollten Sie prinzipiell möglichst wenige Wertsachen aufs Festival mitnehmen und sich auf das Nötigste wie Ausweis, Geld, Schlüssel und Handy beschränken.

Diese drei Grundregeln sollten Sie befolgen, damit alles sicher bleibt:

  • Die Wertsachen niemals im Zelt lassen!

Selbst ein mit Schloss gesichertes Zelt lockt im Endeffekt mehr, als dass es vor Dieben schützt. Denn ein verschlossenes Zelt signalisiert: Hier gibt’s was zu holen!

  • Wertsachen am Körper tragen!

Beim Tanzenkann schnell mal was aus den Taschen fallen. Daher sollten Sie ihr Hab und Gut statt in einer Geldbörse lieber in Brustbeutel, Reisebauchtasche, Geldgürtel oder Armgeldbeutel mit sich führen.

  • Vorsicht beim Schlafen!

Empfehlenswert ist es, Sachen wie Bargeld oder Handy im Schlafsack zu verstauen. Niemals in Kleidungsstücken unterbringen, die dann im Vorzelt oder gar außerhalb des Zelts zurückgelassen werden! (Quelle)

Bauchbinde für Wertsachen wie Geldbeutel

Direkt am Körper getragen sind die Wertsachen am sichersten.

5. Bier kalt bekommen

Ein absolutes No-Go – und da sind sich wahrscheinliche alle Festival-Gänger einig – ist warmes BierSchließlich ist es doch ein ziemlich unangenehmes Gefühl, wenn einem in der brütenden Sommerhitze die warme Hopfen-Flüssigkeit die Kehle runterläuft. Doch was tun ohne Strom und Kühlschrank?

Hier sind hilfreiche Kühl-Methoden für den optimalen Bier-Genuss:

  • Das coole Erdloch

Dazu müssen Sie einfach ein ca. halben Meter tiefes Loch ausheben, die Getränke reinstellen und alles wieder zu graben – egal wie heiß es ist – die Erde hält alles angenehm kühl. Wenn Sie nicht jedesmal zum Spaten greifen möchten, wenn Sie der Durst packt, empfiehlt sich ein Zelt ohne Boden, das direkt über dem Loch aufgestellt wird und den Zugang zu der kühlen Erfrischung erleichtert.

  • Die Freezer-Socke

Eine der simpelsten Methoden überhaupt: Das Bier einfach in eine nasse Socke – vorzugsweise eine frische – stecken und das Ganze dann in die Sonne stellen. Durch die Verdunstung wird das Getränk sehr schnell auf eine angenehm-kühle Temperatur herabgesenkt.

  • Der Klassiker: Trockeneis

Wer sein Bier gerne so richtig kalt genießt, ist wohl am besten mit dieser klassischen Methode beraten. Trockeneis (gefrorene Kohlensäure) ist nicht nur besonders effektiv, sondern auch relativ lange haltbar. Aber Achtung: Nur in Maßen verwenden und niemals direkt ins Getränk tun – Verbrennungsgefahr!

  • Für Kühlprofis: Bier mit Bier kühlen

Diese Methode besteht aus drei Schichten. Ein Drittel des Bierpensums wird dazu eingefroren und in der Kühlbox nach ganz unten platziert. Das zweite Drittel kühlen Sie nur bis kurz vor den Gefrierpunkt runter und kommt auf die erste Bierschicht. Die letzte Schicht bilden schließlich die Bierdosen in Kühlschranktemperatur, mit denen der restliche Platz in der Kühlbox aufgefüllt wird. (Quelle)

6. Was tun bei Regen?

Sich von Regen, Wind und Wetter das Festival-Camping-Vergnügen vermiesen lassen? Das ist nicht nur schade, sondern auch vollkommen unnötig. Denn wenn man ein paar Dinge beachtet, kann die Nässe weder dem Zelt noch der Stimmung etwas anhaben:

  • Groundsheet benutzen:

Legen Sie den Zeltboden mit wasserdichter PVC-Folie aus. Da geht garantiert keine Nässe durch, außerdem sind Sie vor spitzen Gegenständen geschützt.

  • Nasse Gegenstände aus dem Zelt verbannen:

Damit es im Zelt immer gemütlich trocken bleibt, sollten nasse Sachen entweder vollständig getrocknet werden (z.B. im Handtrockner auf der Toilette) oder im Vorzelt gelassen werden. Im Zelt sorgen diese nämlich nur für eine unangenehme Luftfeuchtigkeit.

  • Regelmäßig durchlüften:

Insbesondere wenn mehrere Personen sich länger in einem Zelt aufhalten, kann es sehr schnell nicht nur zu einem unangenehmen Geruch, sondern auch zu Kondenswasser – und damit einer hohen Luftfeuchtigkeit kommen. Daher sollten Sie auch bei Regen immer für eine regelmäßige Durchlüftung sorgen – es genügt auch, den Reisverschluss des Innenzeltes ein paar Zentimeter zu öffnen. (Quelle)

Vier Paar Beine mit Gummistiefeln im Schlamm

Bei Regen nicht verzagen – Gummistiefel tragen!

7. Festival-Survival-Kit: Das muss sonst noch mit!

Neben den grundlegenden Dingen, die man für das Campen auf dem Festival braucht, gibt es noch ein paar weitere essentielle Sachen, die Sie unbedingt dabei haben sollten, um die chaotischen Konzert-Tage zu überleben (Quelle):

  • Ohropax: für einen ungestörten Schlaf. Denn auf Festivals herrscht prinzipiell nonstop ein gewisser Lärmpegel, der selbst die hartgesottensten Festival-Gänger schon mal in den Wahnsinn treiben kann.
  • Stirnlampe: wer in dem Festival-Chaos schon mal etwas verloren hat, weiß um die Vorzüge dieses nützlichen Hilfsmittels.
  • Regenponcho und Gummistiefel: Denn mit plötzlichen Regeneinbrüchen ist gerade in den heißen Sommermonaten immer wieder zu rechnen.
  • Sonnenschutz: Während der Konzerte ist man der Sonne oft mehrere Stunden lang vollkommen ungeschützt ausgesetzt. Daher gehören Sonnenbrille, Kopfbedeckung und Sonnencreme unbedingt mit ins Festival-Kit.
  • Müllbeutel: für leere Bierdosen und dreckige Klamotten, denn zumindest ein bisschen Ordnung und Sauberkeit muss selbst auf dem Festival sein. Außerdem können Sie darin auch gut Ihre sauberen Klamotten verstauen, um diese trocken zu halten.
  • Feuchttücher und Handdesinfektions-Gel: Dass die Zustände auf Festivals nicht immer die gängigen deutschen Hygiene-Standards erfüllen, muss wohl keinem extra gesagt werden. Daher sollten diese beiden Hygiene-Helfer Ihre ständigen Begleiter sein.
  • Ersatzakku fürs Smartphone: Da für mehrere Tage auf Strom verzichtet werden muss, empfehlen sich gleich mehrere. Oder aber Sie greifen gleich auf die guten alten Prepaid-Handys mit einer Akku-Laufzeit von mehreren Tagen zurück.
  • Klappstühle: denn nach stundenlangem Stehen und Tanzen gibt es nichts Schöneres als relaxt bei einem Bierchen beisammenzusitzen.

Junge Leute sitzen zwischen Zelten und feiern

Wir hoffen, Sie hiermit gut für Ihren nächsten Festivalbesuch ausgerüstet zu haben – wobei Sie bestimmt auch den ein oder anderen Tipp für jede andere Art von Campingtrip gebrauchen können. Wir wünschen Ihnen jedenfalls eine schöne Festival-Saison!

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